Brotfütterung bei Wasservögel

Streitthema Brot

Leider ist es in letzter Zeit zu großen Mißverständnissen gekommen, was die Brotfütterung der Wasservögel angeht. Hier werden verschiedene Sachen durcheinander gebracht. 

Einmal wird darüber gestritten, ob überhaupt gefüttert werden sollte, weil mancher Zeitgenosse einfach seine Biotonne entlasten möchte und vergammelte Brotreste in das Gewässer entsorgen will. Das animiert widerum andere Leute, andere Essensreste (z.B.  gekochte Speisen, wie Pizza oder Spaghettisoße) ebenso in das Gewässer zu entsorgen. 

 

Zum anderen wird die Brotfütterung als Grund benannt, wenn Enten, Schwäne durch Botulismustoxine sterben. Beides hat nur bedingt und am Rande mit einander zu tun. Und zwar dann, wenn meistens in der warmen Jahreszeit die Leute mit ihren Brotresten daher kommen und das zuviel gefütterte, und oft schon vergammelte Brot auf den Grund des Gewässers sinkt und dann bei mangelndem Wasseraustausch der Botulismus entstehen kann. 

 

Doch der eigentliche Grund, warum es zum tödlich verlaufenden Botulismus kommt, ist das Gewässer an sich. Das heißt, durch umliegende Felder und Wasserzufluß kommen Unmengen an Düngemittel, sowie Verunreinigungen durch die Gülle der Tiermäster ins Gewässer. Dadurch kann sich das Bakterium erst richtig entwickeln. Vom Brot her gesehen, wenn es frisch und innerhalb des Verfallsdatums gefüttert wird, geht keine Gefahr für die Wassertiere aus. 

 

Für die am und im Wasser lebende Tierwelt ist nicht nur der Botulismuserreger tödlich. Durch die Entwässerungen der Wiesen (Felder) und Wälder gelangen noch andere Bakterien und Parasiten durch Haustiere in die Gewässer, die den Meerestieren schaden.

 

 

Abenteuerliche Behauptungen im Netz

In einer österreichischen Zeitung namens "heute" wird eine Tierheimleiterin ( Frau Weingart) zitiert, die behauptet, das Brot für die Tiere schädlich sei, weil es Zucker, Backtriebmittel und Salz enthalte. 

So ein Quatsch! Brot ist die abgeleitete Form von Korn, was die Tiere z.B. auf abgemähten Feldern fressen. Jede Form von Nahrung enthält eine Form von Zucker. Ansonsten wären alle Lebewesen nicht in der Lage, Energie für sich zu produzieren. Backtriebmittel sind im Brot nur dazu da, den Teig aufzulockern. Z.B. wird Natriumhydrogencarbonat hinzugefügt, was auch in der Natur vorkommt. Es gibt auch keinen Grenzwert für Backtriebmittel, weil sie ungefährlich sind, und soviel verwendet werden darf, wie notwendig ist.

 

Der größte Humbuck, den sich Jemand in einer Position, wie der in einer Tierheimleitung leisten kann, ist der, zu behaupten, Salz schade den Wasservögel! Damit macht man sich unglaubwürdig und gesteht damit schon öffentlich seine absolute Ahnungslosigkeit. Ebenso disqualifiziert man sich als Tierheimleiterin!

 

Jedes Lebewesen benötigt Salz. Ich z.B. lebe an der Ostsee. Niemand wird widersprechen, das das Gewässer salzhaltig ist. Die Ostsee hat einen Salzgehalt von 28 Gramm/Liter Wasser bis etwa 5 Gramm/Liter. Wer das nicht salzig findet, darf gerne mal den Versuch machen, es trinken zu wollen. Die Wasservögel tun es! Seit Menschengedenken. Und kein Wasservogel ist bisher daran gestorben!

 

Leider wird solchen Personen dann (eben, weil sie z.B. ein Tierheim leiten) auch Aufmerksamkeit von der Presse geschenkt. Obwohl die von der Thematik völlig ahnungslos sind, und solche Behauptungen einfach heraus posaunen.

 

Auch der Leiter des Umweltamtes in Bielefeld läßt sich in der "Neue Westfälischen" zitieren mit den Worten, das Brot tödlich für die Tiere wäre. Und weil es den Tieren gut schmeckt, können sie genau deshalb daran sterben, so Herr Wörmann vom Umweltamt. Und noch so einen Kalauer hat Herr Wörmann parat: Er würde gerne die Tiere bejagen lassen, weil es aus seiner Sicht zu viele sind.

 

Vielleicht sollte er in seinem Fachgebiet bleiben und seinen Horizont erweitern, indem er mal Leute befragt, wie z.B. Herrn Prof. Dr. Berthold? Dann vergehen so einem Sesselpupser seine stumpfsinnigen Behauptungen und sinnlosen Vorschläge! 

 

Und wieder kann ich nur sagen, das sich die Bevölkerung leider an solche Aussagen klammert, weil es ja von Leuten stamme, die einen fachlichen Hintergrund vermuten lassen. Dies stimmt aber nicht! 

 

Die beim Tierheim sollen sich um ihre Hunde und Katzen kümmern, und wenn ihnen noch Zeit dafür verbleibt, darauf im Verbund mit anderen Tierheimen kämpfen, das die Züchtereien der Haustiere endlich aufhören.

 Oder der Herr Wörmann...Wieviel Zeit verringt er täglich bei den Wassertieren? Wieviel informationen hat er durch jahrelanges Betreuen von Wasservögel gesammelt? Mit welchem Hintergrundwissen stellen er und Frau Weingart vom Tierheim  solche Behauptungen auf? 

 

Ich habe 17 Jahre Erfahrungen gesammelt. Frisches, körniges Schwarzbrot ist supergut für die Wassertiere. Zu beachten ist, das das Füttern zielgerichtet ist, d.h. nur soviel Brot geben, wie auch gefressen wird.

 

Und denken Sie daran: Besonders im Winter die Tiere nicht vergessen! 

 

Wir vom Schwanenschutz-Komitee distanzieren uns aufs Allerschärfste von den Aussagen der Frau Weingart und Herrn Wörmann.